Dec 16, 2017

Zeichnomat - GSB Matinée

Zur GSB Matinee stellte sich das Fach Kunst nicht mit einer klassischen Ausstellung der Produkte vor. Solche halten die Betrachter oft auf Abstand und fordern sie nicht heraus. Das erschien den SchülerInnen, die sich viel mit aktueller Kunst beschäftigt hatten, nicht mehr zeitgemäß und zu langweilig. Sie entschieden sich für eine Aktion, die die Matinee-Besucher einbezieht. Ein Zeichnomat, der gewünschte Bilder im Sekundentakt ausspuckt, war die Lösung.

Chris, Laya, Nina, Xenia und Jule aus dem Profil „Picture This“ haben sich im Anschluss über die Aktion unterhalten und ihr Gespräch hier aufgezeichnet.

Überraschungen vor und im Zeichnomat

Wie würde man jemandem, der nicht dabei gewesen ist, den Zeichnomat beschreiben? Der Zeichnomat ist ein abgetrennter Raum im Raum, ausgestattet mit Tischen, Stühlen und Buntstiften. Darin sitzen - hinter der Trennwand unsichtbar - mehrere Zeichner. Sie haben die Aufgabe, den Besuchern als Schnellzeichner Bilderwünsche zu erfüllen. Die Besucher schreiben ihren Wunsch auf eine leere Karte und werfen diese in den Eingangsschlitz des Zeichnomats ein. Der schriftliche Wunsch wird von den Zeichnern übersetzt und gelangt anschließend anonym über einer Abholstation wieder an den Wünschenden. Das Wünschen hat dabei eine große Rolle gespielt.

Für wen war dieses Projekt besonder geeignet? Eigentlich war die Aktion für „Groß und Klein“ oder für alle, die bei der GSB-Matinee das Fach Kunst kennenlernen wollten. Ich glaube, es hat hauptsächlich den Kindern Spaß gemacht. Aber auch die Erwachsenen hatte erstaunlich originelle Wünsche und haben gern mitgemacht. Manchen fiel gar nichts ein, was sie auf die Karte schreiben könnten. Sie kamen dann mit den anderen Wünschenden ins Gespräch und überlegten, was umsetzbar ist. Viele waren auf die Ergebnisse sehr gespannt und kamen nach der Führung durch die Klassenräume sofort wieder zu uns, um ihre Karten mit nach Hause zu nehmen.

Wie war das auf der anderen Seite des Zeichnomats, also das Arbeiten im Zeichnomat? Die Aktion war lustig, denn man erlebte Überraschungen. Man wusste nie so wirklich, was auf einen zukommt. Welcher schwierige Auftrag kommt da gleich durch den Einwurf? Wird einem dazu spontan etwas einfallen? Es war oft eine besondere Herausforderung, das Geschriebene in ein passendes Motiv zu bringen. Es sollte wiedererkannt werden, aber nicht zu langweilig sein. Später heimlich sehen zu können, wie sehr den Besuchern die Ergebnisse gefallen haben, ob sie sie lustig fanden oder teilweise auch nicht, das war besonders gut.

Welche Wünsche gab es? Es waren vor allem relativ simple Einzelbegriffe, die auf den Karten standen. Viele Gegenstände und Tiere, die recht einfach zu gestalten waren. Vielleicht kam es einem auch nur so vor, weil man nicht wirklich viel Zeit zum Überlegen und zeichnen hatte. Im Zeichnomat geht es ja auch darum, besonders schnell ein Produkt herzustellen. Wirklich schwierig wurde es bei solchen Wünschen wie „Gedankenblitz“, „Laune der Natur“ oder „Zeitverschwendung“. Da musste der Kopf dann erstmal ein Bild erarbeiten. Aber auch allzu konkrete Dinge wie das „Hamburger Wappen“ waren eine Herausforderung. Da hätte man eine Vorlage gebraucht. Die Reaktionen auf die leicht schrägen oder verfehlten Umsetzungen der Wünsche waren aber ebenso freundlich.

Es gab häufig den Wunsch nach Einhörnern, Pferden, Prinzessinnen, Drachen und Comicfiguren. Also solche Dinge, die vermutlich gern von den Wünschenden selbst gezeichnet werden. Wir hätte überlegen können, wie man die Wünschenden noch auf andere Ideen bringt.

Wovon wart ihr am allermeisten überrascht beim Zeichnen im Zeichnomat? Es war immer ein bisschen stressig, da man ständig etwas Neues bekommen hat und durchgehend produzieren musste. Da blieb kaum Zeit zum Nachdenken. Manchmal haben wir Wünsche getauscht oder uns geholfen. Ganz anders als beim gewohnten Zeichnen im Unterricht. Aber zu größeren Problemen hat das nicht geführt. Manchmal war das auch ganz gut, nicht so lange zu überlegen, sondern die Hand und den Stift entscheiden zu lassen.

Was würdest du rückblickend auf die Arbeit im Zeichnomat besonders betonen wollen? Das es auf beiden Seiten des Zeichnomats eine Art Überraschungseffekt gab. Bei den Zeichnern genauso wie bei den Besuchern. Es kommt nicht darauf an, alles perfekt darzustellen. Es geht vor allem darum, dass man anonym bleibt und aus Spaß einfach mal für jemanden anderen etwas zeichnet. Und allein damit konnte man den Besuchern schon ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und das ist besonders schön.

Und würdest du so ein Projekt nochmal machen wollen? Ja, auf jeden Fall. Vielleicht bei der nächsten Matinee im Januar. Oder es fällt uns etwas noch besseres ein ...

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