Aug 20, 2017

EurOpen 2016 - Duell der Worte

Benutz deine Worte, um die Anderen zu verschlingen!
Benutz Argumente, um die Oberhand zu gewinnen!
Benutz die Sprache, um den Sieg zu erringen!

 

Als vom 4. bis zum 9. November 2016 an der Stadtteilschule Bergedorf der internationale Debattenwettstreit EurOpen 2016 stattfand, halfen rund 70 Schülerinnen und Schüler, um diese Tage erfolgreich werden zu lassen.

Sie waren die Volunteers (freiwillige Helfer) und betreuten jeweils in Kleingruppen ein Teilnehmer-Team. Ob es nun darum ging, sie vom Flughafen abzuholen oder sie in unserer Schule herumzuführen – sie waren stets zur Stelle. Auch unsere Lehrer, Herr Kruse, Frau Heinrichs, Frau Enderlin und Herr Kirschbaum waren hoch motiviert und organisierten und planten ohne Unterlass.

In einer Debatte traten immer zwei Teams mit drei bis vier Rednern gegeneinander an. Die Teams bekamen zum einen zwei Themen vor einigen Monaten mitgeteilt, um diese schon einmal vorzubereiten (prepared debate) und zum anderen bekamen sie auch einige etwa eine Stunde vor der jeweiligen Debatte (impromptus debate). Ob sie bei der Debatte pro (Proposition) oder contra (Opposition) vertreten mussten, wurde ausgelost. Eines der Themen war beispielsweise, ob erwachsende Kinder gesetzlich für die Betreuung ihrer Eltern im Alter verantwortlich gemacht werden sollten.
In den ersten drei Tagen fanden die Vorrunden statt, bei denen sich die Teams in drei Debatten täglich beweisen mussten. Sie debattierten, kämpften ums Gewinnen und sammelten Punkte. Einige waren in ihrem Ehrgeiz wirklich unglaublich und debattierten abends in ihrem Hotel noch mal weiter. Ob es nun Eins gegen Eins oder tatsächlich Team gegen Team ging, war dabei ziemlich egal. Übung macht schließlich den Meister! Oder?  Wenn es ums Debattieren geht, bestimmt. Leider blieb da das Soziale teilweise wohl leicht auf der Strecke. Mitunter war es sehr schwierig, sich mit den verschiedenen Teams zu unterhalten. In vielen Köpfen schwebte wohl nur die nächste Debatte. Trotzdem gab es genügend andere Teams, die bei all dem Kampfgeist auch gerne Smalltalk betrieben. So lachte das litauische Team auf der einen Seite beim Essen mit einigen GSBlern und nahmen auf der anderen Seite konzentriert an Debatten teil.
Dann... Breaknight. Sonntag Abend. Die Vorrunde war zu Ende. Alle Punkte wurden ausgewertet, die Siege waren notiert. Es stand fest, wer das Achtelfinale erreicht. Aber das konnte man natürlich nicht einfach so verraten. Nein, unsere Lehrer mussten unbedingt noch für zusätzliche Spannung sorgen. Zuerst ein schönes Dinner. Dafür wurde unser Schulrestaurant in Kerzenschein gehüllt und später kam dann auch Musik dazu. Außerdem gratulierten wir noch einigen Geburtstagskindern mit einem lauten Applaus. Damit war das Essen dann auch vorbei und im Zeighaus fand die Party statt. An mehreren Tischen war das „Cultre Expo“ – Köstlichkeiten und andere Kleinigkeiten aus den unterschiedlichsten Kulturen – vorbereitet worden und auch die sonst eher in sich gekehrten Teilnehmer quatschen, lachten und scherzen munter miteinander. Nationalität spielte keine Rolle mehr. Der Wettkampf schien für einige Momente vergessen. Einige Teilnehmer fingen sogar wild an zu tanzen und zeigten uns mal ein ganz anderes Bild von Tanzkultur. Wild springend und einen Partner am Kopf packend feierte so manches Team und brachte einige dazu mit zu machen. Es wurde zwar zunächst über den etwas anderen Tanzstil die Stirn gerunzelt, aber dann feierte man ausgelassen mit.  Doch allzu bald schwang die Stimmung um. Es kam der Part, wo man sich die Frage stellte: Sind wir weiter, oder sind wir raus? Und bei jedem Namen der vorgelesen wurde, brach ein Team in Jubel aus. Sie hüpften und fielen einander in die Arme. Und die jeweiligen Teams waren nicht die Einzigen, die sich freuten. Andere applaudierten und gratulierten, freuten sich ehrlich über deren Erfolg. Für uns war es natürlich traurig, dass keines der deutschen Teams in das Achtelfinale einziehen konnte, aber so richtig gedämpft hat das unsere Stimmung auch nicht. Dabei sein ist ja doch alles!
Am nächsten Tag fanden dann die Achtel-, Viertel- und Halbfinale statt. Von Runde zu Runde kämpften die Teams erbitterter und freuten sich mehr und mehr über einen Sieg. Rumänien und die Niederlande freuten sich am Abend dann am meisten. Sie hatten es geschafft und waren im Finale. Diese letzte Runde fand im Gegensatz zu den vorigen Debatten nicht an der GSB, sondern im Savoy Filmtheater statt. Verbissen rangen die Finalisten und debattierten mit Herzensblut. Die Judges (Schiedsrichter) berieten und das Ergebnis wurde verkündet. Ein Team habe mit 5:0 Stimmen gewonnen. Als dann der Name des siegreichen Teams fiel, brach die Niederlande in pure Freude aus. Das Sieger-Team stand fest, doch nun wurden noch die besten Redner gewählt. Es war kein Neid zu spüren, man freute sich für jene Debater, feierte mit ihnen, umarmte sie und sprach Glückwünsche aus.
Wir haben zwar nicht gewonnen, aber hatten dennoch sehr viel Spaß in den fünf Tagen. Die Kombination aus unserem eigenen Interesse und dem Ehrgeiz der Teams, aus dem Engagement unserer Lehrer und dem erbitterten Kampfgeist machte für uns die EurOpen 2016 zu einem Riesenerfolg.

Ein Bericht von Yasmina Friese

Stadtteilschule Bergedorf
Ladenbeker Weg 13
21033 Hamburg, Germany

Schulbüro: 040 428925–01

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