Feb 21, 2019

Zeitzeugen an der GSB

Halina Birenbaum, eine kleine zierliche Frau Ende 80 betritt den Raum und erzählt uns ihre Geschichte. Am Anfang waren wir uns nicht sicher, was jetzt passieren wird, so herrscht plötzlich Stille, denn 3 Klassen der GSB hören dieser Frau und ihrer Geschichte zu.

Halina Birenbaum Zeitzeugen2018Halina Birenbaum wuchs mit ihren Eltern und ihren zwei Brüdern, Marek und Hilek, in Polen auf. Nach dem deutschen Überfall auf Polen mussten ihre Familie und sie in das Warschauer Ghetto übersiedeln. Nach dessen Schließung, weil die Rote Armee auf dem Vormarsch war, wurde Halina im Juli 1943, mit einem Halt im Konzentrationslager Majdanek, in das KZ Auschwitz-Birkenau verschleppt. Nachdem dieses aufgelöst worden war, wurde sie im Januar 1945 in das KZ Ravensbrück gebracht und im Februar in das KZ Neustadt-Glewe. Dort wurde Halina am 2. Mai 1945 durch die Rote Armee befreit.
Als der Krieg anfing, war Halina Birenbaum erst 9 Jahre alt. Sie musste von „Heute auf Morgen“ lernen, was es heißt zu überleben. Sie erzählt, dass im Ghetto Licht ihr Feind war, denn im Licht sieht man sie, im Licht entdecken sie die Soldaten, vor denen sie sich versteckte. Das wichtigste für sie und ihre Familie war es, zusammenzubleiben, zu überleben.
Als Schriftstellerin kann Halina ihre Seele befreien, das ganze Leid, welches ihr wiederfahren ist, hält sie in Gedichten fest. Diese handeln vor allem um Angst, Schmerz, aber auch Hoffnung.

 

 

 

Die Nummer an meinem Arm
(Aus dem Polnischem von Krzysztof Lipiński)

„Ich wollte etwas schreiben
über die Nummer, die eingegraben ist
in meinen Arm – mein Personalausweis aus Auschwitz
Sie ist in meinem Fleisch
Immer mit mir und so ist es schon
seit Jahren. Sie ist nicht verblasst, nicht fahl geworden
keine Ziffer davon verschwand
Stört sie mich? Nein, mich nicht
ich bin schon so an sie gewöhnt
als ob ich sie seit meiner Geburt gehabt hätte ...
Aber manchmal, wenn sie auffällt
wenn ich unter Fremden bin
und sie gesehen wird
verscheucht sie
Ich bin nicht gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit
Prüfende Blicke zu spüren, neugierige rätselnde,
brandmarkende
in solchen Augenblicken peinlicher Fragen voller Mitleid
(Oder noch schlimmer, interessierter Fragen ...
wie hoch die von den Deutschen bezahlte Entschädigung ist)
Will ich, dass immer Winter herrsche, weil
dann alles bedeckt ist ... von langen Ärmeln.“
1983

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