Nov 24, 2017

Lesen lohnt sich!

2003 von einem Buchhändler ins Leben gerufen, wurde die Idee bereits ein Jahr später in Hamburg aufgegriffen und „MENTOR – Die Leselernhelfer HAMBURG e.V.“ gegründet. Die Leselernhelfer sind Menschen, die gern mit Kindern arbeiten und das Lesen lieben. Diese Begeisterung geben sie weiter und bereichern damit das Leben vieler Kinder. Seit 2012 sind ihre großen Erfolge nun auch amtlich – Eine Befragung von 340 Hamburger Lehrern ergab, dass 88 % der betreuten Kinder nach sechs Monaten flüssiger lesen und 83% sich aktiver am Unterricht beteiligen. Doch das schönste Ergebnis ist eindeutig, dass 91% der Kinder nun begeistert und mit Freude lesen.

An der GSB organisiert Jutta Bedürftig, eine ehemalige Kollegin, den Einsatz der ehrenamtlichen Leseprofis. Zwei meiner Schülerinnen aus dem sechsten Jahrgang hatten Glück und haben „ihre“ Lesepatin bereits gefunden. Hier könnt ihr lesen, wie toll die „Arbeit“ funktioniert:

Vor ca. 2 Jahren machte mich eine Freundin auf den Verein „Mentor Hamburg eV – die Leselernhelfer“ aufmerksam. Sie war dort bereits seit längerem als Lesementorin tätig und erzählte mir, dass ihr diese ehrenamtliche Tätigkeit viel Spaß machen würde. Daraufhin habe ich mich mit der Bergedorfer Koordinatorin in Verbindung gesetzt. Ich musste ein Führungszeugnis vorlegen und nach einem Vorbereitungskurs konnte die „Arbeit“ beginnen.

Am 15. August 2012 wurde mir in der Schule „Friedrich-Frank-Bogen“ „mein“ Lesekind vorgestellt. Es war die damals 10jährige Mena – ihre Eltern kommen aus Ägypten und sie lebt seit ihrer Geburt in Hamburg. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch.

Da in der Familie vorwiegend Arabisch gesprochen wird, hatte sie einige Defizite in der deutschen Sprache, die mit meiner Hilfe inzwischen sicherlich verbessert werden konnten. Zum Ende des Schuljahrs wechselte Mena in die GSB und bat mich inständig, sie dorthin als ihre Mentorin zu begleiten. Wir kennen uns jetzt bereits über ein Jahr und sehen uns jeden Mittwoch von 12:30 bis 14:00 Uhr. Wir beginnen stets damit, dass Mena mir von ihren Erlebnissen der vergangenen Woche erzählt, dann wird gelesen – wir leihen uns Bücher aus der Bibliothek oder ich bringe welche mit, die in unseren Mentoren-Treffen empfohlen wurden. Wir lesen wechselseitig, und ich sehe zusehends, dass die Probleme beim Lesen und im Textverständnis immer geringer werden.

Danach wird über den Inhalt des Gelesenen diskutiert. Verbleibt noch Zeit, dann machen wir andere Dinge, wozu Mena Lust hat (kleine Aufsätze schreiben, Fragespiele etc.). Ich stelle fest, dass Mena auch selbstbewusster geworden ist! Die 90 Minuten vergehen wie im Flug und wir beide freuen und auf das nächste Mal.

Mena ist sehr lernbegierig, möchte viel wissen und wartet jede Woche sehnsüchtig am Schultor auf mich. Ich freu mich, diesem liebenswerten Mädchen Zeit und Zuwendung schenken zu können und bin zuversichtlich, dass Mena in naher Zukunft flüssig und mit Betonung lesen kann. Wie sie mir versicherte, liest sie jetzt auch viel häufiger zu Hause. Die 1:1 Betreuung ist sehr wichtig für sie und tut ihr gut.

Sollte die Zeit mit Mena einmal vorüber sein (Was ich sehr bedauern würde), werde ich sicherlich weiterhin als Lesementorin bleiben und „meinen Lesekindern“ die Freue am Lesen vermitteln.

Lesen lohnt sich!

Frau Kolbe, Menas Lesementorin

 

Ich heiße Mena, bin 11 Jahre alt, in der 6e und komme aus Ägypten. Seit einem Jahr habe ich eine Lesementorin, Frau Kolbe. Wir treffen uns jeden Mittwoch, ich freue mich auf diesen Tag. Ich erzähle alles Wichtige, was in der vergangenen Woche passiert ist. Sie hört mir immer zu und gibt auch Ratschläge. Dann lesen wir Bücher, die ich mir aus der Bibliothek hole oder die meine Lesementorin mitbringt. Wenn wir noch Zeit haben, machen wir andere Dinge, zum Beispiel Fragespiel, schwere Wörter üben und vieles mehr.

Ich habe viel mehr Spaß am Lesen als früher und habe mir auch schon eigene Bücher gekauft, die ich zu Hause lese oder meinen Geschwistern vorlese.

Ich freue mich auf die Zeit mit meiner Mentorin. Ich lerne viel von ihr und sie ist sehr nett. Wir gehen auch gemeinsam ins Weihnachtsmärchen oder in das Opernloft. Danach lädt mich Frau Kolbe zum Essen ein. Das ist immer sehr toll!

Hoffentlich bleibt Frau Kolbe noch lange bei mir.

Mena Abdel Hafiz, 6e

 

Ich arbeite als Lesementorin, weil ich gerne mit Kindern zusammen bin, und ich es toll fände, wenn durch meine Hilfe ein Kind Spaß am Lesen fände. Auch möchte ich erreichen, dass das Kind versteht, dass es vielleicht flüssiger liest und Textaufgaben schneller begreift.

Auf die Idee, als Lesementorin zu arbeiten, kam ich durch einen Artikel in der „Bergedorfer Zeitung“, in dem die Arbeit der Lesementoren vorgestellt wurde. Und es wurden dringend Mentoren gesucht. Und da ich schon lange auf der Suche nach einem passenden Ehrenamt war, habe ich mich bei den Mentoren beworben.

Die Arbeit als Lesepatin macht mir viel Freude. Ganz besonders freue ich mich, wenn mein Lesekind sich auch auf die Lesestunde mit mir freut. In der Lesestunde liest Jona mir vor, dann lese ich ihr vor. Wir machen auch Spiele und erzählen uns, was so alles passiert ist. Ich glaube, wir beide verstehen uns prima.

Jonas Lesementorin

 

Kerstin Wetzel

Stadtteilschule Bergedorf
Ladenbeker Weg 13
21033 Hamburg, Germany

Schulbüro: 040 428925–01

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